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Werbeagentur - Eine Zeitreise ins 14. Jahrhundert

von Jürgen Gerster; veröffentlicht am 25.09.2007
Der Bereich der Medien unterliegt ebenso dem Wandel der Technik, wie die Zeit selbst. Unser Bild der Medien wurden im Laufe der Jahrhunderte von der Keilschrift zu den beweglichen Lettern des Herrn Gutenberg geprägt, bis zur neuen digitalen Form des Internets.

So wie die Medien sich entwickeln, verändert sich ebenso die Form der Werbung, also auch die Form des Marketings - ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert. Was ist Marketing und in welchem Zusammenhang steht es in Verbidnung mit der Medienentwicklung? Gab es Marketing im 14. Jahrhundert - zu Zeiten der Sänger und der Barden?

Die erstaunliche Antwort auf diese Frage lautet: Ja!

Marketing ist nicht nur eine Erfindung der Neuzeit, sondern diese wurde auch schon sehr erfolgreich im Mittelalter verwendet. Papst Gregor stellte sich diese Frage im Zeitalter der Kreuzzüge. Das Problem bestand darin, möglichst viele interessierte Menschen zu finden, die bereit wahren, im damaligen Abendland das Worte der Kirche mit executiven Mitteln durchzusetzen. Zu diesem Zweck, wurde der erste "Jingle" in Auftrag gegeben. Ein "Jingel" ist ein Songt, der einen bestimmten Wiedererkennungs- und Identifikationsprozess bei der Zielgruppe auslöst.

Als Komponist und Schreiber des "Songs" wurde Walter von der Vogelweide beauftragt, seines Zeichens ein belesner Barde, der Gedichte und Lieder für die Damen am Hof schrieb. Dieser erhielt den Auftrag, ein Lied zu komponieren, welches im Sinne der Kirche, die Notwendigkeit dem einfachen und edelen Manne kund tun sollte, einem Kreuzzug beizuwohnen - um den Glauben des Christentums nachdrücklich zu verbreiten.

Walter war ein sehr intelligenter Dichter und Schreiber, der das Problem analytisch betrachtete. Wenn man davon ausgeht, das die Edelleute von damals, lieber bei einem guten Glas Wein sassen, als auf dem Rücken eines Pferdes und diese auch kein Interesse hatten, ihre arbeitenden Bauern in Form von Landsknechten zu verlieren, so müssen Gründe geschaffen werden, die das Unterfangen schmackhaft machten.

Walter überlegte und kam auf: Geld und später einen sicheren Platz im Paradies - da alles für eine gute Sache war.

Walter verwendete ins Hochdeutsche übersetzt:
Schöne Lande, reich und herrlich, wie viele von ihnen auch ich gesehen habe, du bist doch ihrer aller Krone! Welch Wunder ist hier geschehen!

Betrachten wir diese Liedzeile genauer, erkennen wir das Genie des Werbers, welches in der Liedzeile folgende Botschaften geschickt suggeriert:

1. Reich und herrlich - hier gibt es was zu holen, gut für die ritterliche Haushaltskasse, die meistens ein Geldknappheit chronisch leidet.
2. Das Wunder das hier geschehen ist, ist die Geburt des Erlösers, was moralische Bedenken im Glauben an die gute Sache weitgehend zerstreut.

Das Lied, welches Walter von der Vogelweide schrieb, ging als Palestina-Lied in die Hitparaden des 14. Jahrhunderts ein und erfreute sich großer Beliebtheit bei anderen Barden und Sängern, die dieses bei einem guten Umdrunk gerne aufspielten.

Erfolgreiche Werbung ist heute wie damals immer eine Frage der Zielsetzung, des Mediums und der Strategie, mit der man ein Produkt für einen Kunden einer Zielgruppe näher bringt.

Hierzu zählt, die richtige Werbeagentur zu haben - die mit kreativen Ideen und dem notwendigen Verständnis, Ihre Produkte zielsicher vermarktet.


Informationen zum Autor
NameJürgen Gerster
Emailinfo[at]dreamland.de
Homepagewww.dreamland.de
Anzahl Artikel1
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veröffentlicht am25.09.2007
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Bildquelle: pixelquelle.de - Interessantes