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Was tun ohne Riester Rente?
von Andreas Mettler; veröffentlicht am 24.03.2009
Inzwischen hat unsere Gesellschaft erkannt, dass die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr ausreicht, um einen angemessenen Lebensstandard im Alter zu sichern. Die private Vorsorge zusätzlich zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung, die so genannte Riester-Rente wird daher staatlich gefördert. Einer der wesentlichen Vorteile dieser Vorsorgeform liegt darin, dass sie nicht nach dem Prinzip des Generationenvertrags funktioniert wie die gesetzliche Rentenversicherung. Diese kann ja nur dann gezahlt werden, wenn es genug Beitragszahler gibt, was gerade das Problem darstellt in einer Zeit, in der die Menschen immer älter werden und immer weniger Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Bei der Riester-Rente spart jeder für sich selbst, wird damit von späteren Beitragszahlern unabhängiger. Doch dieser Vorteil bedeutet auch die Bereitschaft jedes Einzelnen zur Selbstdisziplin und möglichst zum frühzeitigen Beginn einer privaten Altersvorsorge. Wenn man zu spät damit angefangen hat, sei es aus Desinteresse in jungen Jahren oder in Zeiten von Wirtschaftskrisen, weil man einfach kein Geld zum Sparen über hatte, kommt bis zum Rentenalter meistens nicht viel zusammen. Was also kann man tun, wenn das Arbeitsleben vorbei ist und man keine oder nur eine sehr geringe Rente hat, um seine nicht üppige gesetzliche Rente aufzubessern? Eine zunehmende Anzahl von Menschen hat für dieses Problem nur noch eine Lösung: Deutschland zu verlassen und sich irgendwo anzusiedeln, wo man mit weniger Geld zu recht kommt. Thailand etwa ist für viele Deutsche zu einer Art Rentenrückzugsgebiet geworden. Nicht jeder aber ist willens oder in der Lage, den eigenen Kulturkreis völlig hinter sich zu lassen. So müssen wir wohl der Tatsache ins Auge sehen, dass trotz der Möglichkeiten der Zusatzvorsorge die Altersarmut in Deutschland zunehmen wird. Es ist davon auszugehen, dass dieses nicht ohne Auswirkung auf die Art und Weise bleiben wird, wie wir unser Zusammenleben organisieren werden. Beispielsweise werden sich vermutlich immer mehr Alte, die sich keine eigene Wohnung mehr leisten können, zu Wohngemeinschaften zusammenschließen. Darin liegen durchaus auch Chancen, etwa für eine Rückkehr zu mehr Solidarität. Für die politische Situation im Land dürfte aber die damit einhergehende Unzufriedenheit ein großes Risiko darstellen.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 24.03.2009 |
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