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Wandel der Schönheitsvorstellungen im Abendland
von Andreas Mettler; veröffentlicht am 14.07.2007
In der europäischen Frühgeschichte galt Fettleibigkeit als Schönheitsideal. Das Bild von Schönheit der altsteinzeitlichen Frauenfigur war unmittelbar mit dem Symbol der Fruchtbarkeit verbunden. In der griechischen Klassik wurde ein zu fetter Bauch als Zeichen der Verweichlichung angesehen. Ideale Frauenfiguren hatten hier kleine, aber feste Brüste und gleichzeitig ein für heutige Begriffe sehr starkes Becken. Dies kann an klassischen Statuen wie der Venus von Milo beobachtet werden. Das männliche Schönheitsideal war das des Athleten. Das römische Ideal glich weitgehend dem des Griechen mit der Ausnahme, dass Fettleibigkeit positiv als Zeichen des Wohlstandes beurteilt wurde. Weiße Haut war im Mittelalter das Symbol weiblicher Schönheit gleichermaßen wie ein schlanker Körperbau, kleine Brüste und schmale Hüften. Eine Kuriosität dieser Zeit war das Ideal der hohen Stirn, das zur Folge hatte, dass jungen Frauen der Haaransatz entfernt wurde. In der Renaissance wurden Frauen wieder wohlbeleibter. Sie verfügten über starke Hüften und eine große Brust. Im Gesicht war das Doppelkinn ein Zeichen des Wohlstandes. Goldblondes Haar galt als Schönheitsideal und nicht wenige Frauen griffen zu unterschiedlichen Tinkturen oder fügten der eigenen Frisur Seide hinzu. Während der Barock noch auf üppige Formen setzte, wurden überflüssige Pfunde bereits ab dem 17. Jahrhundert in Korsetts gezwungen. Das Tragen von Perücken und das Auftragen von weißem Puder wurden schick. Während der Französischen Revolution im 19. Jahrhundert war bequemere Kleidung angesagt, doch bereits nach wenigen Jahren galt das Tragen eines Korsetts für Frauen wieder als Ideal der Schönheit. Das Zeitalter der Romantik setzte bei der Frau auf ein Ideal der Zerbrechlichkeit und Blässe. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte ein Wandel in der Wahrnehmung des Körpers ein, die dazu führte dass Fettleibigkeit negativ mit Trägheit und Unbeweglichkeit assoziiert wurde und Schlankheit mit Erfolg, Beweglichkeit und Leistungswillen. Die Schönheitschirurgie fand in den vergangenen Jahrzehnten viel Zuspruch, sei es für die Brustvergrößerung, das Fettabsaugen oder andere Leistungen der Plastischen Chirurgie.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 14.07.2007 |
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