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Die moderne Unternehmensfinanzierung: Factoring
von Michael Burakrt; veröffentlicht am 11.11.2007
Eine neue Finanzierungsform in Deutschland kann in Zukunft viele klein- und mittelständische Unternehmen vor dem sicheren Ruin schützen. Die Rede ist vom Factoring, bei dem ein Finanzierungsinstitut, der sog Factor, die Forderungen eines Herstellers oder Händlers für dessen Warenlieferungen und Dienstleistungen aufkauft.
Der Hersteller / Lieferant erhält für seine abgetretenen Forderungen innerhalb von zwei bis drei Tagen vom Factor den Betrag der jeweiligen Rechnung, abzüglich eines sog. Sicherungseinbehaltes von ca. zehn Prozent. Da der Factor nun der Forderungsinhaber ist, trägt er auch das Risiko eines Ausfalls der Forderung. Der Sicherheitseinbehalt ermöglicht dem Factor, ein aufwendiges Mahnverfahren anzustrengen. Ist dies nicht notwendig, weil der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt, wird der Sicherungseinbehalt auch an den Hersteller / Lieferant überwiesen.
Gegen einen Ausfall der Forderung schützt sich der Factor allerdings auch dadurch, dass er für jeden Kunden eine unfangreiche Bonitätsprüfung anstrengt und auch ein Ankauflimit festlegt. Das Ankauflimit ist ein Rahmen, in dem der Factor Forderungen gegen einen bestimmten Kunden aufkauft. Ist das Limit erreicht, kauft der Factor erst wieder Rechnungen dieses speziellen Kunden an, wenn dieser Rechnungen beglichen hat.
Zwar kostet das Factoring Geld, jedoch sind die Kosten hierbei, im Vergleich zu einem möglichen Mahnverfahren oder einem Totalausfall der Forderung, recht gering. Das Entgelt für den Factor setzt sich aus Zinsen für die Bevorschussung und Gebühren für Banken, Bonitätsprüfungen u.ä. zusammen. Die Zinsen berechnen sich hierbei nach dem Zeitraum, der zwischen der Bevorschussung und der Zahlung des Kunden liegen.
Der Hersteller / Lieferant profitiert insofern vom Factoring, dass seine eigenen Liquidität zu keinem Zeitpunkt seiner Geschäftstätigkeit beeinträchtigt ist. Zudem kann er Ressourcen im Unternehmen effektiver Nutzen, da der Factor auf Wunsch auch die gesamte Debitorenbuchhaltung übernimmt. So kann sich der Unternehmer auf sein Kerngeschäft konzentrieren und muss sich nicht mit dem Schreiben von Rechnungen und dem Einleiten von Mahnverfahren beschäftigen.
Es gibt verschiedene Arten des Factoring, wie das Offene, das Stille und das Halb-Offene-Factoring. Das Offene Factoring wird in Deutschland am meisten gewählt. Der Kunde des Hersteller / Lieferanten ist hierbei über die Abtretung der Geldforderung unterrichtet. Beim Stillen- sowie Halb-Offenen-Factoring ist dies nicht der Fall. Allerdings bekommt der Kunde bei Letzteren die Bankverbindung des Factors offensichtlich mitgeteilt und kann auch nur an ihn die Zahlung leisten.
Weiterführende Informationen zu den Chancen und Möglichkeiten des Factoring sind in unserem Factoring-Wiki klar und leicht verständlich zusammen gestellt.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 11.11.2007 |
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