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Schreibmaterialien
von Bernhard Heß; veröffentlicht am 07.08.2007
Als Schreiben wird das Anbringen von Schriftzeichen eines Schriftsystems auf einer mehr oder weniger dauerhaften Unterlage zum Zweck der Kommunikation bezeichnet.
Im Altertum war Papyrus, abgesehen vom Stein oder Bronzetafeln, auf denen Inschriften als Kunsthandwerk eingemeißelt wurden, das wichtigste Schreibmaterial. In der Spätantike wurde es durch das Pergament verdrängt, im Spätmittelalter übernahm das Papier die Funktion des wichtigsten Trägers für Schriften.
Auch Tontafeln, Rinde, Bast und Leder wurden als Stoff zum Beschreiben genutzt, diese sind heutzutage sogar bei einigen Naturvölkern noch in Verwendung.
Während in China Pinsel für das Aufbringen von Dekoration und Schrift verwendet wurden, dienten in der Antike als Schreibwerkzeuge für Tinten zunächst Binsen, dann die Rohrfeder aus Schilfrohr. Im Mittelalter folgte der Gänsekiel. Grafitstifte setzten sich seit dem Spätmittelalter parallel zur Verwendung von Tinte durch.
Die Schreibfeder aus Stahl wurde 1780 erfunden. Im 20. Jahrhundert kamen der Füllfederhalter mit metallener Schreibfeder und der Kugelschreiber auf. Im 19. Jahrhundert trat neben dem reinen Schreiben von Hand die mechanische Schreibmaschine hervor.
Mit der Entwicklung und Durchsetzung der Schrift wird aus mündlicher Überlieferung bzw. Dichtung die Literatur. Mit Homer werden um 750 v. Chr. erstmals die mythischen Epen der fahrenden Sänger verschriftlicht. Durch die Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts revolutionierte J. Gutenberg die Schriftkultur erheblich. Die Verbreitung der Bildung und die Entstehung der Buchkultur sind wohl die wichtigsten Folgeerscheinungen. Ab diesem Zeitpunkt nehmen Druck- und Schreibschrift eine getrennte Entwicklung. Während in Italien ein uneinheitlicher manieristischer Schreibstil dominiert, hält in Deutschland die mystische Lyrik Einzug.
Neben dem gewaltigen Kapitel der Literatur dient das Schreiben seit dem 20. Jahrhundert auch zu therapeutischen Zwecken, so wurde in den 1970er Jahren die Schreibtherapie zu einem wesentlichen Faktor persönlicher Selbsterfahrung.
Die Entwicklung der europäischen Schriften ist geprägt von der kunstgeschichtlichten und der industriell-technischen Entwicklung. Ausgehend von den kunstvollen Schreibmeisterbüchern des 16. Jahrhunderts bis hin zur klassizistischen Antiqua der zeit um 1800 lassen sich handwerkliches Können und Innovationen in manchen Kunstwerken beobachen.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 07.08.2007 |
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