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Mode & Schmuck


 

Schmuck: Warum trägt man ihn?

von Susan Mueller; veröffentlicht am 09.11.2007
Schmuck hat keine andere Funktion als eben zu schmücken, wird also gewöhnlich von reinen Gebrauchsgegenständen abgegrenzt. Die Trennlinie ist dabei nicht immer ganz eindeutig zu erkennen, wenn man an Haarspangen, Uhren, Siegelringe, Krawattennadeln oder Gürtelschnallen denkt. Und wie steht es mit Orden, Kruzifixen, Hammer-und-Sichel-Anstecknadeln, Kruzifixen, Atomkraft-nein-danke-Buttons?

Schmuck - eine zweckfreie Ausprägung reinen Äthetikgefühls?

Schmuck als Statussymbol – Dass schon in der Steinzeit, vor etwa 50.000 Jahren, als Schmuck gleichzeitig in Afrika, Asien, Australien und Europa auftrat – besagt eine Theorie -, der Schmuck dazu diente, Fremden gegenüber die eigene Position, die Stellung in der Gruppe, anzuzeigen. Zu dieser Zeit wurden Begegnungen mit unbekannten Menschen und damit ein Beeindrucken derselben auf Grund der zunehmenden Bevölkerungsdichte häufiger.

Schmuck als Wertanlage – Es gibt Menschen, die Reichtum als reine Äthetik und dessen Hortung als eine Form musealer Kulturpflege ansehen. Meist ist der Schmuck unter diesem Aspekt wohl eher als ein Gebrauchsgegenstand zu sehen wie Sparbücher, Aktien oder Goldbarren. Nur dass man Schmuck auch noch tragen und den Besitz vorführen kann. Wer läuft schon mit seinem Aktienpaket unter dem Arm herum. Da ist Schmuck doch praktischer. In der Dritten Welt tragen in manchen Kulturen noch heute Frauen ihr gesamtes Vermögen in Form von Goldschmuck mit sich herum und dieser Schmuck ist im Falle, dass der Mann sie verstößt, ihr ganzes Hab und Gut und sichert ihr Überleben. Bei uns sind die Sitten doch etwas anders. Seitdem es Tresore gibt, ist es nicht mehr notwendig, sich mit Allem, was man hat, zu behängen. Soll’s aber trotzdem geben.

Schmuck mit magischen Kräften – Als wesentliche Motivation für die Entwicklung von Schmuck ist sehr wahrscheinlich, dass Trophäen erlegter Tiere, in der Hoffnung, deren Eigenschaften wie Kraft, Mut, Ausdauer sollten auf den Jäger übergehen, als Talismane oder Amulette dienten. So entstanden Schmuckstücke, denen magische Wirkungen zugeschrieben wurden.

Schmuck als Ausdruck von Lebensfreude – Es existiert noch eine andere Theorie über die Beweggründe der vorgeschichtlichen Menschen, Schmuck zu tragen. Diese sucht die Erklärung darin, dass die Menschen, sich der Sterblichkeit bewusst werdend, ihrer Freude, am Leben zu sein, dadurch Ausdruck verliehen haben, dass sie sich schmückten.

Schmuck als Schutz vor Verlust – Schmuck kann nicht nur verzieren, sondern auch verunzieren. Einige afrikanische Stämme haben sich etwas einfallen lassen, um die Frauen an ihre Männer zu binden. So wurden verheiratete Frauen mit so vielen und schweren Ketten behängt, dass sie sich unter dem Gewicht dieses „Schmucks“ kaum noch fortbewegen konnten. Die riesigen Lippenpflöcke, die Frauen bei manchen Völkern bis vor nicht allzu langer Zeit eingesetzt wurden, sollten die Frauen entstellen, sie hässlich machen, damit niemand auf die Idee käme, sie zu entführen.

Schmuck zum Schmücken – Schmuck soll schmücken, verzieren, den Blick auf sich ziehen und den Blick des Betrachters dirigieren, auf die wohlgeformte Hand, das niedliche kleine Ohr, das schöne Dekolleté, die anmutige Linie des Halses, und soll ablenken von weniger attraktiven Zonen. Also Schmuck rein als ästhetischer Selbstzweck.

Schmuck – dieser Begriff ist sehr vielschichtig unter all diesen Betrachtungswinkeln. Die Theorien zu seiner Entstehung und die Einsatzgebiete, die Intentionen, die dahinter stehen, zeigen, dass dieser Begriff gar nicht so eindeutig ist, wie es auf den ersten Blick scheint, und doch werden all diese unterschiedlichen Aspekte unter dem Begriff „Schmuck“ zusammengefasst.




Informationen zum Autor
NameSusan Mueller
Emailralf-richter1[at]gmx.de
Homepagemv.deutschlands-tourismusregionen.de
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veröffentlicht am09.11.2007
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