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Gesundheit


 

Nichtraucherschutz in Deutschland

von Julia Siebel; veröffentlicht am 03.11.2008
Rauchen – das war früher, in den Anfängen der 20er Jahre Ausdruck eines überlegenen Lebensgefühls. Es galt als schick und emanzipiert, als Zeichen von Freiheit. Der durch die Prärie reitende Cowboy einer bekannten Zigarettenmarke ist weltbekannt. War man sich damals weitgehend noch nicht der gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums bewusst, so änderten sich allmählich Einstellung und Verhalten mit den Erkenntnissen der ersten wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema. Der Genuss einer Zigarette war seitdem verbunden mit dem Bewusstsein, dass eine Zigarette nicht nur abhängig machen kann, sondern auch krebserregende Stoffe enthält, die vor allem für den Lungenkrebs verantwortlich sind. Gleichzeitig mobilisierten sich auch immer mehr Nicht-Raucher, die durch das Passivrauchen ein Verletzung ihrer Lebensentfaltung sahen – die ersten Anti-Raucher Initiativen waren geboren. Die Fraktion der Raucher musste seit jeher starke Unternehmungen gegen sie einstecken. Andererseits verfügt die Raucherindustrie, auch wegen Milliarden von Euro, die der Staat aus der Tabaksteuer jährlich einnimmt, über eine große Lobby. So gelang es erst 2008, neun ganze Jahre nach dem ersten Versuch, das erste Nichtraucherschutzgesetz zu erlassen. Ein einheitlich geregeltes Gesetz gibt es aber bis heute nicht, denn die Gesetze legt jedes Bundesland für sich aus. So finden sich in Berlin andere Erlässe als in Bayern. In Hamburg eine andere Gesetzeslage als sie in Nordrhein Westfalen zu finden ist. Das macht die ganze Sache undurchsichtig und das Nichtraucherschutzgesetz zu einer Farce. Trotz starker Akzeptanz von Rauchverboten in der öffentlichen Meinung, gelingt es der Raucherlobby immer wieder die Lückenhaftigkeit des Gesetzes auszunutzen und erzielte so schon einige Teilerfolge- auf weitere darf man gespannt sein. So gründeten viele Gaststättenbetreiber sogenannte Raucherclubs, in denen es nach einer Einwilligung einer kostenlosen Mitgliedschaft möglich ist, in dieser Lokalität zu rauchen. Zudem gelang es durch Klagen bis vor das Bundesverfassungsgericht, Lockerungen im Umgang zu erwirken. Es bleibt als abzuwarten, wie sich der Nichtraucherschutz in Deutschland entwickelt.


Informationen zum Autor
NameJulia Siebel
Emailjulia_siebel[at]gmx.de
Anzahl Artikel1
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veröffentlicht am03.11.2008
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