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Mehr Geld mit Tagesgeld
von Winfried Strauss; veröffentlicht am 10.12.2007
Die Deutschen sind zwar noch lange nicht "Weltmeister im Sparen", die Bareinlagen auf Sparbüchern und vergleichbaren anderen Konten werden aber von Jahr zu Jahr größer. Setzt man sich intensiv mit der Materie auseinander muss man sich jedoch fragen, warum die Anleger nach wie vor den Großteil ihrer Ersparnisse auf herkömmlichen Sparbüchern anlegen. Mehrere Milliarden Euro fließen jedes Jahr auf Sparbücher und erhöhen die Summe von etwas über einer Billion Euro die dort ohnehin schon liegt.
Umso erstaunlicher ist diese Tatsache, wenn man zugrunde legt, dass man auf Tagesgeldkonten, die für den Endverbraucher fast genau wie Sparbücher zu handhaben sind, oft bis zu 4 mal so viel Zinsen bekommt.
Bei einem Tagesgeldkonto legt der Verbraucher sein Geld genauso an wie auch auf einem Sparbuch - es wird ein separates Konto eingerichtet und das Geld auf dieses Konto eingezahlt. Diese Einzahlung kann entweder per Überweisung, Dauerauftrag oder auch per Einzug vom Girokonto durchgeführt werden.
Die Gelder auf einem Tagesgeldkonto werden jedoch nicht, wie bei Sparbüchern üblich, einfach innerhalb der Bank für das Tagesgeschäft verwendet, sondern sie werden dem "Markt für Tagesgeld" zur Verfügung gestellt.
Bei diesem Markt handelt es sich um einen speziellen Interbankenmarkt, einen Markt also, der dem Endverbraucher eigentlich nicht offen steht - durch Tagesgeldkonten haben seit einigen Jahren nun aber auch die privaten Anleger die Möglichkeit ihr Geld hier anzulegen.
Was aber ist Tagesgeld eigentlich genau?
Nun, am einfachsten ist es so zu erklären: Stellt eine Bank am Ende oder während eines Geschäftstages fest, dass sich ein Liquiditätsengpass abzeichnet weil wesentlich mehr Gelder ab- als zugeflossen sind, dann kann diese Bank Gelder von der Zentralbank leihen. Für diese Gelder ist dann ein Zins zu bezahlen, der so genannte EURIBOR.
Um die Kosten in diesem Bereich zu verkleinern haben sich die Banken dazu entschlossen, Gelder auch untereinander zu handeln, der Zins liegt in diesem Fall leicht unterhalb des EURIBOR.
Zahlt nun ein Anleger Geld auf sein Tagesgeldkonto ein, dann stellt er dieses Geld der Markt zur Verfügung, es kann also an andere Banken verliehen werden. Da das Geld während der gesamten Transaktionen ständig über Bankensicherungsfonds geschützt ist, sind auch Tagesgeldkonten vollkommen risikolos.
Feste Laufzeiten gibt es bei Tagesgeld grundsätzlich nicht, der Anleger kann ständig Geld einzahlen oder abheben. Auszahlungen erfolgen dabei immer auf das Girokonto, Barauszahlungen sind also nicht möglich.
Wartezeiten von 24 Stunden sind aber wohl erträglich, locken dafür Zinsen die mehr als doppelt oder dreimal so groß sind.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 10.12.2007 |
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