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Landhausmode
von Horst Winkler; veröffentlicht am 10.03.2009
Die 1980er Jahre standen ganz im Zeichen der „Yuppies“ – der „Young Urban Professionals“. Sie prägten den Stil einer ganzen Dekade. Großstadtlook war in. Chrom und schwarzes Leder, Neon, Frisuren, die mit viel Gel und Spray in Form gebracht wurden. Alles Natürliche galt als provinziell und war verpönt.
Doch nach zehn Jahren hatten die Menschen genug. Ein Gegentrend setzte ein, und der hieß „Landhausstil“. In den Wohnungen mehr Holz, mehr Farben, mehr Gemütlichkeit. Dabei sollte die Tradition anklingen, aber nicht vorherrschen, sondern vielmehr modisch interpretiert werden. Die Landhausmode war geboren. Sie orientierte sich am Trachtenlook, kam aber verspielter und frecher daher. Bei den Materialien setzte man wieder auf Leinen, Baumwolle, Wolle und Leder. Wichtig waren die traditionellen Details wie Hirschhornknöpfe, Brustriegel bei Männerhemden oder das Miederoberteil bei den Damen.
Seit mehr als 20 Jahren besteht der Landhausmodentrend ungebrochen fort. Über die Jahre hat er sogar immer jüngere Fans gefunden, und das nicht nur in Bayern. In etwas anderem als Lederhosen, Trachtenjanker, einem Dirndl oder zumindest im Landhauslook aufs Oktoberfest zu gehen, ist für fashion victims mittlerweile undenkbar. Aber auch im Alltag hat die Landhausmode längst Einzug gehalten. Manchmal zeigt sich der Landhausmodenstil nur in Details, wie zum Beispiel Puffärmeln für Blusen – zurzeit wieder mega-trendy und in Kollektionen aller großen Kleidungshersteller zu sehen. Manchmal ist das Outfit deutlich als Landhausstil zu erkennen, beispielsweise in den frechen Leinen-Zweiteilern mit Miederoberteil für Frauen. Diese sind deutlich an das traditionelle Dirndl angelehnt, eignen sich durch ihre etwas weitere Passform und die normalerweise schlichte Farbgebung in weiß, beige oder leichten Brauntönen durchaus auch als Outfit für jeden Tag.
Lederhosen und Strickjanker für Herren halten mittlerweile auch Einzug in die Alltagskultur. Und solange die Wiesn als Laufsteg für die moderne Interpretation der klassischen Trachtenmode gilt, wird sich der Landhausstil sicherlich nicht totlaufen.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 10.03.2009 |
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