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Unsere Jugend ist unerträglich!
von Markus Schneider; veröffentlicht am 20.10.2007
'Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen',erklärte einmal Aristoteles, ein bekannter griechischer Philosoph.
Sie sitzen in der Strassenbahn und hören jungen Menschen zu. Sie verstehen kein Wort und können den Inhalt des Gespräches nicht erfassen. Die jungen Menschen sprechen Deutsch, aber die Sätze machen keinen Sinn. Sie sind gerade dabei Jugendsprache zu hören. Eine codierte, verschlüsselte Sprache, die den Zweck hat, sich von den Erwachsenen abgrenzen zu können. Das Nörgeln an jungen Menschen ist eine alte Mär. Selbst Aristoteles hat sich vor mehr als 2000 Jahren über die ungestüme Kraft und Energie der Jugend genervt.
Haben Sie jungen Menschen schon einmal heimlich zugehört und nichts verstanden? Hier eine kleine Kostprobe:
Ich fahre eine vollgeile Alugurke = Ich fahre ein schönes Velo
Du bist vollkrass keimig = Du bist eklig
Der Olle hat einen Brauereitumor = Der Doofe hat einen Bierbauch
Habe das Teil durch Fünf-Finger-Rabatt = Ich habe die Ware geklaut
Die zahlreichen Klagen über die angebliche Verluderung der Sprache und der Jugend ist so alt wie die Sprache selbst. Zu ihrer Lebendigkeit aber gehört, dass sie einem ständigen Wandel unterworfen ist. Anglizismen, Balkandeutsch und die neuen Medien beeinflussen die Jugendsprache in hohem Masse. Jugendliche und junge Erwachsene verfassen SMS, mailen und chatten in einem fort. Sie schreiben mehr als je eine Generation zuvor.
Das kraftvolle «Voll krass»-Vokabular und die bewussten Regelverstösse gegen die steifen Grammatikregeln und Syntax stürzen die Elternhäuser und die Lehrerschaft in Verzweiflung. Aber ein Grossteil der Jugendlichen schafft das Umschalten problemlos und weiss sehr wohl zu unterscheiden zwischen einem formalen Bewerbungsschreiben und einem lockeren Liebesgruss per SMS. Zur Jugendsprache gehören bestimmte Gesprächspartikel («Mann», «Läck»), feste Begrüssungs- und Verabschiedungsrituale (Hand- oder Faustschlag) und die Verwendung von verstärkenden und bewertenden Ausdrücken («krass», «fett», «mega»). Solche Wörter allerdings sind bei den Jugendlichen rasch wieder passé. Sobald Erwachsene einzelne Formulierungen übernehmen, taugen sie nicht mehr zur Abgrenzung. Junge Menschen sind oft besser, als wir etablierten Erwachsenen zu wissen glauben.
Ihre Bewerbung sollte sie nicht in dieser kraftvollen, farbigen und lebendigen Sprache schreiben. Sie laufen Gefahr, dass man sie nicht versteht. Eine schriftlich abgefasste Bewerbung sollte nach wie vor klar und verständlich sein.
www.jobs-in-basel.ch
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 20.10.2007 |
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