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Kunst, Kultur, Musik


 

Jazzmusiker in Tanzmusik, Dinnermusik und Barmusik

von Dietmar Gabl; veröffentlicht am 28.06.2008
Musikhochschulen und Konservatorien produzieren am laufenden Band bestens ausgebildete Musiker, die dann in der Musikszene ihren Platz finden.

Die Musikerdichte wird immer höher, während die Anzahl an Jazzkonzerten abnimmt.

Wenn man als Jazzmusiker von seiner Musik leben möchte, liegt es nahe, in kommerziellere Bereiche vorzudringen, in denen Jazz und Improvisation durchaus Platz finden. Wie zum Beispiel Dinnermusik, Barmusik, aber auch Tanzmusik. Dabei muss man nur in der Jazzgeschichte nachlesen. Vor einigen Jahrzehnten war es völlig normal, dass eine Jazz Band Tanzmusik spielt. Tatsächlich sind einige Standardtänze wie Foxtrott oder Quickstep verwandt mit Swing, während Jive, Rock´n Roll und Boogie sehr eng verwandt mit Blues ist.

Jazzstandards sind ein passender Sound für Dinnermusik oder Barmusik, genau so wie Bossa Nova oder groovige sechzehntel Rhythmen.

Bekannte Popsongs sind in Tanzmusik, Barmusik und Dinnermusik einsetzbar. Manche eignen sich gut für Improvisation, andere weniger.

Über die Definition von Jazz haben sich schon viele den Kopf zerbrochen. Eine Möglichkeit, Jazz zu definieren ist Improvisation. Demnach wäre jede Art von Musik, die ein hohes Maß an Improvisation beinhaltet Jazz. Egal ob die Musik im Rahmen von Tanzmusik, Dinnermusik, Swing oder in Form von Popsongs gespielt wird.

Da finden sich sehr viele Überschneidungen für den professionell ausgebildeten Jazzmusiker und möglicherweise ein gangbarer Weg, um von der Musik leben zu können.

Ob das für den einzelnen zutrifft, muss jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin wird einem in den staatlichen Jazz-Ausbildungsstätten oftmals beigebracht, dass alles was mit Kommerz - also Dinnermusik, Tanzmusik, Barmusik und so weiter zusammen hängt minderwertig ist und absolut zu meiden ist.

Dabei muss man berücksichtigen, dass die Unterrichtenden selbst ja offenbar von Ihrer Musik nicht leben können, sonst würden sie ja nicht unterrichten. Es gibt sicher einige wenige leidenschaftliche Pädagogen, für die die Unterrichtstätigkeit nicht ein Kompromiss ist um den Lebensunterhalt zu verdienen, sie sind aber sicherlich in der Minderheit und die Mehrheit würde selbstverständlich auf eine Unterrichtstätigkeit verzichten, wenn sie mit Ihrem eigenen musikalischen Schaffen ausgelastet wären.

Ich plädiere bei Tanzmsuik, Dinnermusik und Barmusik für eine differenziertere Sichtweise anstatt eines Schubladen Denkens.


Informationen zum Autor
NameDietmar Gabl
Emailinfo[at]hautecouture.at
Homepagehautecouture.at
Anzahl Artikel1
Informationen zum Artikel
veröffentlicht am28.06.2008
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