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Höhepunkte der Wiener Staatsoper
von Andreas Stöckl; veröffentlicht am 10.02.2007
Wie sehr das Programm der Wiener Staatsoper vom allgemeinen Geschmack des Publikums abhängig ist, spiegelt sich mit geradezu brutaler Klarheit in der traditionsschwangeren Auswahl der Stücke wieder, die an den Abenden zum Besten gegeben werden. Voll von bewährten italienischen "Volks-Opern" von Verdi oder Donizetti verleugnet der Spielplan der diesjährigen Wiener Opernsaison beinahe 70 Jahre Operngeschichte und beruft sich stattdessen beinahe ausschließlich auf Klassiker von Mozart bis hin zu Richard Strauss - um nur die Bedeutendsten zu nennen.
Als Höhepunkt der Saison mag dennoch La Traviata von Verdi gelten, die zwar schwerlich gegen den beinahe unerschöpflichen Wort- und Geisteswitz von Falstaff ankommt, der übrigens am 10.2 seine vorerst letzte Aufführung an der Wiener Staatsoper finden wird, in dem Verdi aber dennoch wie so oft ein ungeheures Gespür für dramatische Momente und beflügelnde Melodik an den Tag legt. Zu hören wird dieses bekannte Bühnenwerk am 27. Februar, wie auch am 2. und 5. März mit Norah Amsellem und Joseph Calleja in den Hauptrollen sein, welche bereits jetzt als junge Stars am Opernhimmel zu handhaben sind. Erstere legte bereits 2005 eine eindrucksvolle Platte mit französischen Liedern der Moderne vor und letzterer brillierte bereits an der Seite von Anna Netrebko und wurde mit dem jungen Pavarotti verglichen.
Ebenso im Februar wird an der Wiener Staatsoper Le Nozze di Figaro gespielt, das aus der ersten erfolgreichen Zusammenarbeit Wolfgang Amadeus Mozarts mit Da Ponte hervorging. Der dänische Bo Skovhus, der den Wienern mittlerweile bekannt sein dürfte und ebenso in der Oper wie auch im Liedgesang zuhause ist, mimt dort den Grafen und als Figaro wird Hanno Müller-Brachmann zu sehen sein, ein Schüler Dietrich Fischer-Dieskau´s.
Zuletzt mögen die Opern von Richard Strauss genannt sein, der seit jeher eine unglaubliche Vielfalt an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten besaß, die ihr volles Potential zumeist in seinen großen Bühnenwerken ausschöpfen konnten. Eines seiner effektgeladensten Werke ist zweifellos Elektra, mit Abstand seine modernste Oper, die mit schrägen polytonalen Klängen, einer irrwitzigen Instrumentierung und einer von Hass erfüllten, mordlüsternen Protagonistin aufwartet, gespielt von Deborah Polaski. Der Einakter wird vom 23. April bis zum 5. Mai viermal an der Wiener Oper zu hören sein.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 10.02.2007 |
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