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HEIZÖL: Die Rekordpreise und die Lösung

von Jennifer Steffen; veröffentlicht am 24.04.2008
Die Verbraucher von Heizöl werden mit Erschrecken die Entwicklung des Heizölpreises beobachten. Derzeit jagt ein Hoch für den Heizölpreis das nächste. Weder ein kurzfristiger noch langfristiger Abwärtstrend kann erwartet werden. Der Aufwärtstrend und die Höhe der Preise sind zwar überhitzt, jedoch liegen viele Gründe für die momentane Preislage vor.

Fatih Birol der Chefökonom der Internationalen Energie Agentur (IEA) gab einen aktuellen Lagebericht des Ölmarkts in der Zeitschrift Internationale Politik. Und auch wenn den Inhalten im Gegensatz zu den letzten Wochen eigentlich nichts Neues zu entnehmen ist, kann man eine Änderung feststellen, denn Birol stellt seine Ausführungen entschiedener dar. Seine Kernaussage, dass die fossilen Energien ausgehen, begründet er einerseits durch den anwachsenden Bedarf der aufsteigenden Wirtschaftsmächte Indien und China und zum anderen durch das nur zurückhaltend steigende Angebot der Förderländer auf der anderen Seite.
Birol kritisiert auf Seite der Förderländer vor allem die staatlichen Ölindustrien des Mittleren Ostens, denen er eine zu geringe Investition in die Ölinfastruktur vorwirft.
Schon jetzt ist abzusehen, dass 15 Prozent des Weltbedarfs nicht gedeckt werden können, was durch die derzeitigen Projekte nicht verhindert werden kann.
Die Lücke entsteht durch den natürlichen Rückgang der Ölquellen und kann auch nicht durch den aktuellen Fund der Quelle vor Brasilien gefüllt werden. Versorgungsengpässe in den nächsten Jahren sind unumgänglich. Birol plädiert dafür den fossilen Energieträgern den Rücken zuzudrehen. Eine Lösung des Problems sieht er in alternativen Kraftstoffen, mehr Ölprojekten und einer Effizienzsteigerung.

Wer in dieser Aussage eine Widerspruch sieht, hat wahrscheinlich Recht. - Aber diese Widersprüchlichkeit scheint typisch für die Thematik zu sein, wenn man einen Blick auf die Energiepolitik der einzelnen Länder, hierunter auch Deutschland, wirft.
Mit der Forderung nach alternativen Kraftstoffen hat die Politik eine Krise ausgelöst - der Anstieg der Grundnahrungsmittelpreise wird vor allem der anwachsenden Nachfrage nach Biokraftstoffen in die Schuhe geschoben. Jedoch gibt es auch weitere Ursachen für die gestiegenen Nahrungsmittelpreise, wodurch der Anstieg nicht allein durch Biokraftstoffe begründet werden kann. Beispielsweise steigen die Nahrungsmittelpreise nicht zuletzt weil sowohl die Bevölkerung als auch der Wohlstand steigen. Mit dem Wohlstand kommt der Wunsch nach dem Konsum vom Fleisch. Für ein Kilo Fleisch werden 16 Kilo Getreide benötigt. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Fleisch durch immer mehr Menschen in die Höhe getrieben wird. Auch wenn diese Steigerung die der Energienachfrage übertrifft, ist die Mitschuld der Biokraftstoff nicht von der Hand zu weisen. Und auch eine einseitige Ursachendarstellung zu Lasten der Lebensmittelpreise durch Bioöl ist kein Argument es vermehrt zu nutzen. Denn Biokraftstoffe sind - ebenso wie jeder Ersatzstoff - zur Deckung des Energieverbrauchs auf Dauer ungeeignet. Der Wohlstand der Menschheit muss losgelöst sein von einer Ressoursenplünderung - denn keine Ressource kann unbegrenzt wachsen. Für Energie ist und bleibt der einzige Ausweg die Effizienz. Eine Entwicklung in diese Richtung kann nicht früh genug erfolgen. Vielleicht wird eine Effizienzsteigerung angesichts der hohen Heizölpreise mittlerweile attraktiver und wird schneller umgesetzt.


Informationen zum Autor
NameJennifer Steffen
Emailesyoil[at]esyoil.com
Anzahl Artikel1
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veröffentlicht am24.04.2008
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