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Historische Baustoffe - Gußofen: Luftregulierung
von Hans-Martin Aurich; veröffentlicht am 24.09.2007
Originale, antike Gußöfen, auch sie gelten als Historische Baustoffe, haben eine interessante technische Entwicklung bis heute durchschritten. Einen kleinen Ausschnitt stelle ich heute dar:
Jeder Ofen ist in seiner Verbrennung um so perfekter, als er über Vorrichtungen zur gezielten Luftzufuhr verfügt und keine Undichtigkeiten für Falschluft aufweist. Die primitivste Art der Glutanfachung fand bei der offenen Feuerstelle und beim Kamin mit Hilfe eines Blasebalgs oder Blaserohrs statt. Beim Übergang zum geschlossenen Ofen ließ man zunächst die Türen zeitweilig offen, später regulierte man je nach Ofentyp mit Hilfe von Schrauben und Rosetten, Schlitzen oder Schiebern, später mit Hilfe von Temperaturfühlern und automatisch ermittelten Messwerten.
Bei der Frischluftzufuhr mit Rosetten wurde eine Platte über einer Öffnung mit Hilfe einer Schraubverbindung so in ihrem Abstand geregelt, dass die gewünschte Luftmenge in den Ofen einströmte. Diese Rosetten gab es nicht nur an der Feuerungstür, sondern auch an der Aschentür, sodass je nach Brennstoff und gewünschtem Feuerungsablauf eine Zufuhr von unten oder von der Seite bzw. von oben möglich war. Damit war eine wesentliche Voraussetzung in Richtung Dauerbrandöfen geschaffen.
Bei der Entwicklung des Flachschiebers beim Irischen Ofen, der sich an der Feuerungstür befand, verwendete man große Sorgfalt auf die Gestaltung des Luftspalts und auf seine Ausbildung. Die einfachste Art der Regulierung war ein paralleler Spalt, erste Verbesserung brachte ein schräger, möglichst dicht geschliffener Rand zwischen Feuerungstür und Luftklappe. Später gab es eine Feineinstellung mittels eines Hebels und schließlich die Parallelverschiebung mit fester Führung. Verbesserungen beim Amerikaner brachten die sogenannten Walzenregulierungen und Schieber, in der Werbung auch als Einhandregulierung angepriesen, die überhaupt nicht mehr mit dem Feuer in Berührung kamen, da sie außerhalb des Ofens angebracht waren.
In den letzten fünfzig Jahren entwickelte die Industrie zur Vereinfachung der Haushaltsarbeit automatisch geregelte Kohleöfen mit Zwangsluftführung,die die jeweils erforderliche Verbrennungsluft mit verschiedenen Regelungseinrichtungen ohne Handarbeit vornahmen. Die Anwendung der Automatik ersparte nicht nur das Nachregulieren der Wärmeabgabe von Hand, sondern verhinderte auch unerwünschtes Erlöschen des Feuers, Überheizung der Zimmer und Überlastung des Ofens. Sie brachte Arbeitserleichterung durch bequemes Abrütteln, einwandfreien Dauerbrand, gleichbleibende Raumtemperatur in gewünschter Höhe und gute Brennstoffausnutzung. Basis dieser Regelung
sind Wärmefühler unterschiedlicher Bauart, die durch die Abgastemperatur, die Oberflächentemperatur oder die Lufttemperatur beeinflusst werden und ihre »Wahrnehmung« über Übertragungsgestänge zum weiteren Öffnen oder Schließen der Luftzuführungen verwenden. Die obere Leistungsbegrenzung
schützt die Öfen vor schädlicher Überlastung und Schlackenbildung, die untere Begrenzung bringt lange Dauerbrandzeiten mit sich und verhindert das Ausgehen
der Öfen bei niedrigem Schornsteinzug. An dieser Stelle sei kurz darauf hingewiesen, dass die Bezeichnungen für Schornstein je nach Region variieren kann. In Gebrauch sind im Südosten auch Esse, Feueresse, Schlot, in Süddeutschland
Kamin und in Österreich Rauchfang.
Mila Schrader
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 24.09.2007 |
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