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Gewebe für Künstlerleinwände
von Bernhard Heß; veröffentlicht am 19.07.2007
In der Geschichte wurden als Träger für Bilder die unterschiedlichsten Malgründe verwendet, so entstanden als Kunsthandwerk Malereien auf Felsen in Höhlen, Bilder auf Holz, Schiefer, Metall und Porzellan; sogar Malereien auf Pergament, Papier und Bleiverglasung
wurden angefertigt.
Ab dem 14. Jahrhundert ging man allmählich dazu über, Gewebe als Malfläche zu nutzen. Die großformatigen Bilder des Mittelalters boten bei der Nutzung von Gewebe den Vorteil, ein sehr geringes Gewicht zu besitzen und noch transportabel zu bleiben. So verschwand die ursprüngliche Verwendung von Holztafeln als Malgrund bald immer mehr aus dem täglichen Gebrauch. Die Gewebe standen zwar noch nicht in den gewünschten Breiten zur Verfügung, konnten jedoch durch Nähen miteinander verbunden werden. In der Anfangszeit wurden diese Gewebe auf Blendrahmen gespannt, später ging man zur Nutzung von Keilrahmen über.
Im Gewebe verlaufende Längsfäden nennt man Kettfäden, die quer laufenden Fäden werden als Schussfäden bezeichnet. Das durch die Verbindung zwischen diesen Fäden entstandene Muster nennt man Bindung.
In textilen Geweben sind besonders viele Kapillaren und Poren, die durch Grundiermaterial oder Malfarbe gefüllt werden müssen. Weiche Gewebe besitzen eine stärkere Kapillarität als die härteren, deswegen haben diese eine größere Saugwirkung.
Durch die Erfindung des Webstuhls konnten Maltücher maschinell hergestellt und grundiert werden, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreuen.
In der heutigen Zeit werden verschiedene Gewebearten eingesetzt. Flachs ist als Leinwandgewebe schon seit über 6000 Jahren bekannt. Belgien ist der weltweit größte Flachsproduzent und liefert qualitativ hochwertige Leinengewebe.
Auch Hanf, Jute oder Baumwolle eignen sich hervorragend für die Herstellung von Geweben.
Beim Einsatz von Geweben ist unbedingt auf die richtige Grundierung zu achten. Von ihr hängen Saugfähigkeit, Haftfähigkeit der Farben, Leuchtkraft und somit die Haltbarkeit des späteren Bildes ab. In ausgesuchten Büchern und bei der Internetrecherche findet man viele traditionelle Rezepturen und kann somit auf den Erfahrungsschatz von Künstlern und Kunsthandwerken aus vielen Jahrhunderten zurückgreifen. Es ist jedoch auch möglich, grundierte Leinwände im gerollten Zustand für die Bespannung von Leinwänden zu erhalten.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 19.07.2007 |
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