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Das erste Ghetto der Welt
von Günter Neumann; veröffentlicht am 07.01.2008
Im Jahre 1516 verfügte der Senat von Venedig, dass alle jüdischen Bewohner der Stadt – es waren rund 5.000 Menschen aus Spanien, Deutschland, Polen und dem östlichen Mittelmeerraum – in einem Häuserkomplex bei San Girolamo gemeinsam wohnen sollten. Damit ist zum ersten Mal das Wort Ghetto für ein jüdisches Wohnviertel aktenkundig erwähnt. Das Wort Ghetto leitet sich vermutlich von dem Wort Getto = Gießerei ab, die es in diesem Viertel häufiger gab. Der gesamte Wohnkomplex wurde von Mauern und Kanälen umgeben und mit bewachten Brücken und Toren verschlossen. Nach Mitternacht war den Juden das Verlassen des Gebietes bei Geld- und Haftstrafe verboten. Ausgenommen von dieser Regelung waren die jüdischen Ärzte, die ein hohes Ansehen genossen. Und das Verbot für Christen, sich von einem jüdischen Medicus behandeln zu lassen, ignorierten zumindest die wohlhabenden Venezianer.
Das Viertel ist jedoch rasch übervölkert und es wird zu eng. Aus diesem Platzmangel werden um den Campo im Ghetto bald die ersten Häuser mit 9 Stockwerken erbaut – einzigartig in der Stadt der Lagune, dort waren die Häuser maximal 5-stöckig. Die Geschosshöhen im jüdischen Viertel waren sehr viel niedriger, die Wohnverhältnisse sicher noch schlechter als in anderen, ärmeren Vierteln der Stadt. Heute noch sind einige alte Häuser zu besichtigen – Führungen dafür bucht man im Jüdischen Museum, das sich natürlich auch im Ghetto befindet. Läden mit den entsprechenden Angeboten befinden sich heute wie vor 5 Jahrhunderten in den Erdgeschossen der alten Häuser. Selbstverständlich ist dieser bedeutende Ort Ziel zahlreicher insbesondere jüdischer Touristen, die für eine kurze Zeit in die Vergangenheit zurück versetzt werden. Es gibt einige wenige Ferienwohnung im Ghetto, die man wie andere auch buchen kann. Eine Wohnung hiervon findet man unter Ferienwohnungen in Venedig oder Apartments in Venedig . Vielleicht ist man ein bisschen enttäuscht, dass sie alle über den Standard moderner Wohnungen verfügen, aber dafür bekommt man auch bestimmt keine Platzangst, wenn man in den Schlaf sinkt
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 07.01.2008 |
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