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Kunst, Kultur, Musik


 

Chinesisches und Japanisches Porzellan

von Michael Brey; veröffentlicht am 05.10.2007
Die Porzellansammlung in Dresden präsentiert neben der weltweit bedeutendsten Kollektion Meißner Porzellans auch einen umfassenden und weltweit einzigartigen Überblick über das chinesische Porzellan der Kangxi Zeit. Kangxi war ein Zeitgenosse Augusts des Starken, der den Produktionsort Jingdezhen nach dem Niedergang während der späten Ming-Zeit wieder belebte. Damit konnte das chinesische Porzellan wieder große Marktanteile von Japan zurückerobern. In China wie in Japan orientierte man sich bei den für den Export bestimmten Porzellanen am Bedürfnis des europäischen Kunden nach größtmöglichem Nutzen und höchster Schönheit des Porzellans. So entstanden in China beispielsweise Untertassen für den europäischen Markt, während die Chinesen selbst aufgrund der hitzebeständigen Lackierung ihrer Möbel keinen solchen Schutz für die Möbel benötigten. Vor allem aber die Vielfalt unterschiedlichster Dekore führte zu Marktvorteilen auf beiden Seiten.
Klassisches chinesisches Porzellan aus Jingdezhen ist geprägt durch den Rhythmus der blauen Unterglasur und weißer Flächen. Porzellan aus Dehua war ganz weiß. Diese klassische Farbigkeit des chinesischen Porzellans war seit der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts der Konkurrenz der japanischen Produktion in Arita ausgesetzt. Das in Arita hergestellte Porzellan wird nach seinem Exporthafen auch als Imari-Porzellan bezeichnet. Hatten die Öfen in Jingdezhen bisher vor allem eine feine Unterglasur mit Kobaltblau hergestellt, so folgten in der Kangxi-Zeit nun auch in China zunehmend Dekorationen in Aufglasurfarben.
Die Unterglasurmalerei entsteht auf dem trockenen Scherben, der dann in die Glasurmasse getaucht oder mit dieser bespritzt wird. Dann erfolgt der Brand auf 1100 °C bis 1300 °C. Die Chinesen brannten ihr Porzellan aufgrund des relativ niedrigen Kaolingehalts nur einmal. Dabei mußte man genau das Verhalten der Glasur und der kobaltblauen Bemalung bei einer bestimmten Temperatur kennen. Auch war zu beachten, wie sehr der Scherben beim Brand schrumpft.
Aufglasurfarben bestehen aus Feldspat-, Pottasche- und Quarzsandgemisch. Zur Kolorierung des Glasflusses werden unterschiedliche Metalloxide beigegeben. Die Aufglasurfarben werden auf das bereits glasierte Porzellan gemalt, das aufgrund der Verrußungsgefahr in kapselähnliche Muffeln eingeschlossen und bei 800 C° bis 1000 °C gebrannt wird. Die Aufglasurfarbe liegt als feines Relief dem Gefäß auf.
Die Herstellung derartiger Porzellane mit Aufglasurfarben war recht arbeitsintensiv, dafür aber technisch gesehen weniger risikoreich als die aufgrund der hohen Brenntemperaturen heikle Unterglasur. In China wurden als Antwort auf das farbenreiche japanische Porzellan rosefarbene Porzellane produziert sowie solche, in denen Grüntöne dominierten. Selbst China-Imari entstand, wobei die Chinesen bei ihrem Nachempfinden japanischen Porzellans oft nur die Farbigkeit änderten bei gleichbleibend dem chinesischen Kulturkreis angehörender Motivik. Die enge Verwandtschaft chinesischen und japanischen Porzellans kann man besonders eindrücklich auf einer Stadtführung in Dresden beim Besuch der Porzellansammlung erleben.


Informationen zum Autor
NameMichael Brey
Emailinfo[at]brey-kunstkultur.de
Homepagewww.brey-kunstkultur.de
Anzahl Artikel1
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veröffentlicht am05.10.2007
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