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Animal Hoarding
von Brigitte Müller; veröffentlicht am 03.07.2007
Das Syndrom “Animal Hoarding” (Tiere horten/sammeln) ist eine in Amerika längst anerkannte psychische Erkrankung. Eine amerikanische Studie belegt, dass ¾ der Animal Hoarder Frauen sind. Hier in Deutschland ist dieser Begriff noch weitgehend unbekannt, obwohl unsere Tierschützer immer häufiger mit dem Problem des “Tiersammelns” konfrontiert werden, ihnen bietet sich oft ein Bild des Grauens, wenn sie auf einen Animal Hoarder aufmerksam werden.
Die am häufigsten betroffenen Tierarten sind Hunde und Katzen. In den meisten Fällen haben “Animal Hoarder” keinerlei Einsicht, sie sind nicht in der Lage zu erkennen, dass die Tiere bei ihnen leiden. Es liegt auf der Hand, dass diese Menschen schon kurz nach der Beschlagnahmung ihres “Tierbestandes” innerhalb kurzer Zeit erneut beginnen, Tiere zu horten.
Die amerikanische Studie unterscheidet zwischen folgenden möglichen Typen: Pfleger-, Retter-, Ausbeuter- und Züchtertyp.
Pflegertypen kümmern sich anfangs um ihre Tiere, durch unterlassene Geschlechtertrennung und Geburtenkontrolle wachsen ihm nach und nach die Tiere über den Kopf. Es mangelt an ausreichender Versorgung, der Animal Hoarder ist nicht in der Lage, sein Problem zu erkennen, geschweige denn zu lösen, ihm fehlt jegliche Einsicht, in den meisten Fällen lebt er sozial völlig isoliert.
Rettertypen sind Menschen, die sich berufen fühlen, Tiere bei sich aufzunehmen. Aufgrund eigener extremer Todesangst lehnen sie die Euthanasie von unheilbar kranken und leidenden Tieren ab. Der Hoarder ist von seiner Mission überzeugt, Weisungen und Ratschläge werden strikt abgewiesen.
Der Ausbeutertyp schafft Tiere ausschließlich aus eigennützigen Zwecken an. Er hat eine narzisstische Veranlagung, d.h. er empfindet eine krankhafte Selbstliebe, ist in hohem Maße egoistisch, wobei jegliches Schuldgefühl, Gewissen und Sorge/Mitgefühl anderen Lebewesen gegenüber fehlt (= Empathie). Er ist überempfindlich gegenüber Kritik und durch sein selbstbewusstes Auftreten in der Lage, andere Menschen zu täuschen. Er kann also (z. B. Behörden gegenüber) durchaus glaubhaft machen, dass er den Tieren nur Gutes will.
Der Züchtertyp verliert im Laufe der Zeit vollkommen den Überblick über seinen “Tierbestand”, den er ausschließlich für Ausstellungs- und Verkaufszwecke vermehrt hat.
In den meisten Fällen kommt für die Tiere jede Hilfe zu spät. Entweder müssen Sie aufgrund schwerer Erkrankungen sofort eingeschläfert werden oder gewöhnen sich nach ihrer Rettung nie mehr an eine wirklich fürsorgliche Hand. Auch die “Nachbarschaft” eines Animal Hoarders trägt Mitschuld am unsagbaren Leid betroffener Tiere. Es ist doch so einfach, auf Missstände aufmerksam zu machen. Aber es ist leider noch einfacher, Not und Leid zu ignorieren, Augen und Ohren zu verschließen. Diese Menschen werden erst wach, wenn sie selbst von einer Sekunde zur anderen in eine Notsituation geraten und vergeblich um Hilfe schreien.
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Informationen zum Artikel
| veröffentlicht am | 03.07.2007 |
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