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Gesundheit


 

Alkoholabhängigkeit und Angehörige

von Karsten Wollbrueck; veröffentlicht am 07.01.2007
In vielen Familien gibt es einen Menschen, der ein Alkoholproblem hat und regelmäßig Alkohol konsumiert. Da es in unserem Land toleriert wird, dass zu jeder Tageszeit und zu jeder Gelegenheit ein Glas Wein oder Bier getrunken wird, fallen Menschen, die bereits ein massives Alkoholproblem haben, nicht weiter auf.
Das frühere Klischee, ein Alkohol muß total verwahrlost sein und ständig betrunken, entspricht nicht der Realität.
Zum einen gibt es viele Formen vom Alkoholismus, wie zum Beispiel den Spiegeltrinker, der regelmäßig trinkt, um einen gleichmäßigen Alkoholspiegel zu halten. Nach außen hin wirken diese Alkoholiker ganz normal und nehmen auch weiterhin am gesellschaftlichen Leben teil.
Selbst Angehörige von Alkoholikern merken es oft nicht oder verdrängen Gedanken, weil sie nicht glauben oder wahrhaben wollen, dass ihr Partner oder Angehöriger ein Alkoholiker ist.
Sie vertuschen vor ihrem Umfeld und sogar vor dem Arbeitgeber das Alkoholproblem des Betroffenen, weil sie nicht wissen, dass sie dem Alkoholiker dadurch meist mehr schaden als helfen.
Menschen, die kein Alkoholproblem haben, wissen oft nicht, wie sie einen Alkoholiker richtig helfen können, ihr eigenes Leben nicht der Alkoholabhängigkeit des Alkoholikers opfern.
Hilfe für Alkoholiker und Angehörige gibt es sehr viele. Beide müssen aber bereit sein, diese Hilfe auch anzunehmen.
Der Weg aus der Alkoholabhängigkeit bedarf vieler Lebensveränderungen, die oft als Verzicht angesehen werden, aber aus der richtigen Sicht eine Lebensbereicherung sind.
Diesen Unterschied zu erkennen, ist ein Lernprozess, der manchmal Jahre dauert.
Viele Beziehungen entstanden während der Trinkzeit des Alkoholikers und scheiden, weil ein Partner nicht mit dem Trinken aufhören möchte.
Auf der anderen Seite gehen auch viele Beziehungen auseinander, wenn der Alkoholiker das Trinken aufgibt und sich einer Behandlung seiner Alkoholsucht unterzieht. Ein trockener Alkoholiker wird seine eigenen Bedürfnisse in der Beziehung wieder anmelden und aus der Lethargie ausbrechen. Angehörige kommen mit diesen Veränderungen oft nicht klar.
Auch die Lebensveränderungen, die der Nichtbetroffen sich unterziehen sollte, empfinden sie nach einiger Zeit als Verzicht.
Von beiden Seiten kommen dann oft Vorwürfe, weil sich der jeweils andere Partner nicht verstanden fühlt.


Informationen zum Autor
NameKarsten Wollbrueck
Emailkontakt[at]forum-alkoholiker.de
Homepagewww.forum-alkoholiker.de
Anzahl Artikel1
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veröffentlicht am07.01.2007
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